Die Steffensbühne

 

Die Gründung der Steffensbühne liegt im Dunkel der Geschichte, wahrscheinlich hat 1943 die Gemeindehelferin Magdalene Groot begonnen, vor Kindern der Stephani Gemeinde mit verwachsenen Gemüsesorten zu spielen.

Mit dem Neubau des Gemeindehauses Stephani wurde eine Handpuppenbühne dort integriert, die bis zum Jahr 2015 die wahrscheinlich letzte erhaltene Hebe-Senk Bühne in Deutschland war. Bespielt wurde sie von Frau Groot und den Konfirmanden der Gemeinde.

Gefördert wurde das Projekt durch die jeweiligen Pastoren der Gemeinde, die auch schon einmal dort mitspielten.

Frau Groot hatte nicht nur strenge Maßstäbe an die Spieler entwickelt, nicht jeder Konfirmand war tatsächlich zum Puppenspiel geeignet, sondern auch einen erheblichen Anspruch an die Art, wie gespielt wurde.

Die Bühne wurde so zur Hohnsteiner-Bühne, in Abgrenzung zum Jahrmarktskasper agierte ihr Kasper prinzipiell gewaltlos und löste seine Aufgaben mit Witz und Verstand.

Frau Groot war dabei immer im engen Austausch mit Max Jakob, dem Gründer der Hohnsteiner Bühnen, die in den zwanziger Jahren aus der Wandervogel-Bewegung hervorgegangen war und ihre Heimat in der Nähe von Dresden hatte.

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte die Steffensbühne dann ihre populärste Zeit. Es wurden mit Handpuppen Singspiele aufgeführt zur Musik von Prof. Ehlers, dem damaligen Organisten der Gemeinde. Frau Groot zog mit einem Handwagen vom Gemeindehaus bis nach Karstadt und sammelte "ihre" Kinder zur Vorstellung ein.

Nach dem Tod von Frau Groot wurde die Bühne zwar noch weiter bespielt, aber von den ursprünglich 100 Figuren verschwanden nach und nach viele. Auch wurde die Figur des pädagogischen Kaspers erfunden, ein Irrweg, der dazu führte, das immer weniger Kinder die Vorstellungen besuchten. Auch im Stadtteil selbst wurden die Kinder größer und waren nicht mehr für den Kasper zu begeistern. Ende der 80er Jahre wurde der Spielbetrieb endgültig eingestellt.

Mitte der 90er Jahre haben Spieler, einige sind noch heute dabei, die Bühne neu gegründet, es waren noch ca. 40 Figuren übrig.

Sehr schnell wurde die Bühne wieder erfolgreich, trotz Computer und Technik hat der Kasper auch heute noch seine Daseinsberechtigung. Es gab auch Diskussionen, einige Stücke der Hohnsteiner können heute nicht mehr aufgeführt werden und darf der Teufel mitspielen oder nicht?

Das lässt sich sehr einfach beantworten: Der Kasper lebt von genau definierten Figuren, die entweder böse oder gut sind. Und auch der Teufel hat da seinen Auftritt, so lange er überzeichnet wird, bestimmte "menschliche" Eigenschaften erhält und die Kinder sich nicht vor ihm fürchten.

Heute spielen wir in einer sehr modernen Bühne im neuen Gemeindehaus Doventor und besitzen ebenfalls  eine Technik, die den heutigen Maßstäben entspricht. Unser Figurenfundus ist inzwischen auf über 100 Figuren wieder angewachsen. Zwei Dinge aber sind geblieben: Wir spielen auch heute noch in der Tradition der Hohnsteiner und berücksichtigen, dass  Frau Groot  nur einen eher sehr bescheidenen Eintritt verlangte, es war ihr wichtiger, das Puppenspiel unter Kindern zu verbreiten.

 

Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu können.

 

          

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© Michael Kümmel